Optik - Schlüsseltechnologie mit Zukunft

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Optimistische Stimmung beim Branchen-Treffen in Aachen

Zum sechsten Mal trafen sich am 19. und 20. Oktober 2010 in Aachen rund 120 Experten der optischen Industrie zum Kongress »Optik – Schlüsseltechnologie mit Zukunft«. Eingeladen hatten die Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie IPT und für Lasertechnik ILT. Das Kolloquium sollte den Teilnehmern Einblicke in aktuelle Trends und Innovationen gewähren. Zwischen den Vorträgen zu den drei Themenfeldern »Strategien und Märkte«, »Technologie und Produktion» sowie »Produkte und Innovation« bot das Rahmenprogramm den Teilnehmern mit Institutsbesichtigungen und einem gemeinsamen Dinner viel Raum für einen regen Meinungsaustausch.

Anwenderorientierung eröffnet neue Perspektiven

Von Wirtschaftskrise kaum eine Spur: Optimistisch blickten vor allem die Referenten des ersten Vortragsblocks »Strategien und Märkte« in die nahe Zukunft. Die eindringlichen Mahnungen an die Teilnehmer des vorangegangenen Optik-Kolloquiums im Jahr 2009, auf eine Vielfalt an High-End-Produkten zu setzen, hatten offenbar Früchte getragen. Der schwierigen wirtschaftlichen Lage und zeitweiligen Gewinneinbußen zum Trotz konnten sich viele Unternehmen vergrößern und neue Marktsegmente erschließen.

Neue, anwenderorientierte Technologien und Systemlösungen stellte Dr. Markus Weber, Leiter der Konzernfunktion Forschung und Technologie bei Carl Zeiss in Oberkochen, vor. Am Beispiel hochleistungsfähiger Mikroskopsysteme erläuterte er, wie der genaue Blick auf die Bedürfnisse der Endanwender weitreichende Perspektiven für Hersteller optischer Systeme eröffnen kann.

Dass es ebenso wichtig ist, die globalen Märkte im Auge zu behalten, berichtete Dr. Marco Ledig, Vice President Technology bei der Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG aus eigener Erfahrung: Ausführlich ging er auf wachstumsrelevante strategische Überlegungen zum Technologietransfer und zur Beschaffung an weltweiten Unternehmenstandorten ein.

Die so genannten »Megatrends«, nicht nur für die Optikindustrie, zeigte Dr. Thomas Bergs, Geschäftsführender Oberingenieur des gastgebenden Fraunhofer IPT auf: Energie, Mobilität, Umwelt, Gesundheit, Kommunikation und Sicherheit gelten als besonders aussichtsreiche Märkte auch für die Hersteller optischer Komponenten. Als kostengünstigstes Fertigungsverfahren für große Stückzahlen hochgenauer und frei geformter Glaslinsen habe sich beispielsweise inzwischen auch in Europa das Präzisionsblankpressen etabliert, so Bergs. Das Aachener Fraunhofer IPT untersucht und verbessert die Technologie und setzt mit seinem Spin-off Aixtooling und weiteren Partnern die europäischen Standards für Design, Simulation, Mess- und Werkzeugtechnik.

Weiterentwicklungen bei den Fertigungsverfahren

Der zweite Veranstaltungstag startete mit einem weiten Überblick über Technologien und Produktion: Stefan Bäumer und Mathieu Breukers stellten aus Sicht von Philips Applied Technologies und der VDL Enabling Technologies Group aus den Niederlanden neue Ansätze für das Design, die Fertigung und den Test von Freiformoptiken für unterschiedliche Anwendungsfelder vor. Einen Trend für die Herstellung von Mikrooptiken in größeren Stückzahlen setze die Wafer-Level-Fertigung, berichtete Dr. Markus Rossi von Heptagon Oy aus Rüschlikon in der Schweiz. Auf weitere Fertigungsverfahren für refraktive und diffraktive Optiken ging später im Veranstaltungsblock »Produkte und Innovation« EOS-Präsident Prof. Hans Peter Herzig ein.

Die Herausforderungen für die Zukunft liegen vor allem in der serienmäßigen Herstellung hochpräziser Glas- und Kunststoffkomponenten. Breit gefächerte Anwendungsfelder für optische Bauteile und Systeme finden sich in der Beleuchtungstechnik, hier vor allem im Bereich von LED und Lichtleittechnik. Aber auch eher spezielle Aufgaben wie die Herstellung ultraleichtgewichtiger optischer Systeme für Satelliten oder von Oberflächen mit speziellen Reflexionseigenschaften für die Photovoltaik gilt es zu bewältigen.

Branchentreff mit Zukunft

Die zweitägige Konferenz, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum regelmäßigen Branchentreff gemausert hat, beschränkte sich nicht auf die Vorträge. Ein Rundgang durch die beiden gastgebenden Fraunhofer-Institute und ein stilvolles Dinner am Abend des ersten Konferenztages boten den Teilnehmern reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur fachlichen Diskussion. Das nächste Kolloquium wird im November 2012 stattfinden.